
Hmmm … ich bin grad über folgendes, aus meiner Sicht geschmackloses Video gestolpert, welches mich spontan dazu veranlasst eine Frage an meine Leser zu stellen – Wie weit darf/sollte Werbung gehen? Ich bin nicht unbedingt ein Fan der Jünger von David Ogilvy – und der Film zeigt mir auch mal wieder warum.
Ich kann die Sensationsgeilheit der Unternehmen und die manipulativen Möchtegernbotschaften vieler Werbeagenturen nicht mehr sehen – PR um jeden Preis?
In dem Video werden dicke Brummer, bzw. Fliegen – whatever – mit Bannern beklebt und auf die Reise durch die Messehallen der Frankfurter Buchmesse geschickt. Das ganze wird mit ein paar Lachern, fröhlichen Menschen und manipulativer Tom&Jerry Musik unterlegt, damit man es auch auf jeden Fall witzig findet. Die Aussage am Schluss des Videos, das »keine Fliege kam zu Schaden kam«, ruft doch einigen Zweifel in mir hervor.
Haben sie die 200 Brummer mit Sensoren bestückt und dann via Motiontracking verfolgt? Es bestätigt für mich eher, dass die Jungs und Mädels von der Werbeagentur Jung von Matt genau wussten was sie da machen und dass ihr Spass evtl. ein negatives Bild bei emphatischen oder tierlieben Menschen hervorrufen könnte. Hier ein Pluspunkt – bei mir hat es funktioniert ;)
Da einige Werber einen eiskalten Ruf eher bestätigen und das Image eines abgebrühten, coolen Menschen veräußerlichen möchten, der um jede Aufmerksamkeit lächzt – kommt solch eine Aktion meiner Meinung natürlich genau richtig. Mir ist es auch ein Rätsel wie ein Verlag wie Eichorn Eichborn – der Verlag mit der Fliege – die Fliegenklatsche rausholt und das Objekt seines imagebildenden Logos mit Hohn verspottet und bildlich abstürzen lässt. Sie selbst betiteln ihre Idee der ‚Fliegenquälerei‘ als »Der kleinste Werbegag der Welt«. Aber was haben Bücher mit Tiermisshandlung zu tun??? Das ist wohl Werberhumor, den ich nie verstehen werde … will …
Gratulation an Eichhorn Eichborn zu dem »Werbegag« und der PR wirksamen Öffentlichkeit – Mögen die Fliegen es euch verzeihen!
Wie sagt man doch so schön:
Solange der Mensch denkt, dass Tiere nicht fühlen können, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken können.
Na dann mal herzliches Lachen und fröhliches Retweeten, damit wir demnächst vielleicht noch ein paar lebende Gasmaskenschweine durch die Messehallen jagen sehen und richtig ablachen können … just my 2 Cent …
httpv://www.youtube.com/watch?v=ldC7FQiUJ6s
Jung von Matt/Neckar lässt für Eichborn, den Verlag mit der Fliege, 200 mit Bannern bestückte Fliegen auf der Frankfurter Buchmesse starten.

