
Auf Marcel Wichmann bin ich über einen Tutorialhinweis auf dem Blog Stylespion aufmerksam geworden. Marcel ist wie ich »digitalShizophren« und tritt unter seinem Pseudonym UARRR! auf. Er ist 1989 in Oldenburg geboren, an der Nordsee, respektive am Jadebusen (Rodenkirchen) aufgewachsen und Mitte 2008 nach Hamburg gezogen, um dort seine Laufbahn als Illustrator zu frisieren. Ich habe mir die Gelegenheit nicht nehmen lassen und habe ihn interviewt.
Bitte stell dich kurz vor:
Hallo, ich bin Marcel.
Drei Schlagworte zu deiner Person:
Nee, das ist doof. Ich mag es nicht, wenn andere sich selbst mit Adjektiven beschreiben, also kann ich es nicht bei mir machen. Aber das ist okay, Adjektive sind eh nicht so toll.
Ein Ergebnis deines Schaffens und erzähl uns etwas dazu:

Etwas ganz anderes, als ich sonst eigentlich mache. Print. Irgendwann 2007 gründete ich mit Freunden eine Zeitung an unserer Schule. Auf eigene Faust und ohne inhaltliche Unterstützung von außerhalb. Ein Jahr später wurden wir vom SPIEGEL zur besten Schülerzeitung Deutschlands gekürt. Und das erzähle ich, weil es zeigt, dass man einfach Dinge probieren muss, um dann die Möglichkeit zu bekommen damit irgendwas zu erreichen.
Bist du selbständig, Freelancer/in oder angestellt? – Warum?
Alles. Eigentlich nehme ich alles mit, was sich mir bietet, so arbeite ich derzeit hauptsächlich als Designer und Illustrator, manchmal schreibe ich aber auch lustige Bildunterschriften für Kochbücher oder Artikel für Zeitschriften. Und manchmal halte ich Vorträge zu irgendwelchen Internetthemen.
Was ist deine Aufgabe und damit verbundene Verantwortung in deinem Job/Team?
Doofe und knappe Antwort, aber man kann es wohl meistens auf „Dinge schön machen“ herunterbrechen.
Wenn dir die gesamte Illustratorenwelt fünf Minuten zuhören würde – was würdest du ihr erzählen?

Vielleicht würde ich einfach davon sprechen, wie wunderbar es ist, Dinge erschaffen zu können. Welten im Kopf zu entwickeln und dann für andere sichtbar zu machen. Was ich allerdings viel spannender fänd, wäre der ganzen Illustratorenwelt fünf Minuten zuhören zu können.
Was ist deine persönlichen Definition von Design?
Das ist nicht leicht. Letztendlich ist Design für mich nicht nur das, was man annimmt, also Printlayouts, Webdesign, Produktdesign, etc. Design ist auch, wie man sein Leben führt, allerdings würde ich hier jetzt nicht den Begriff „Lebensdesign“ prägen wollen, das klingt nämlich beknackt. Design gibt es in jeder Lebenslage. Sogar die Antworten hier sind Design. Auf irgendeine Art und Weise. Vielleicht sollte ich mir aber auch mal Gedanken über prägnantere Definitionen machen.
Welche Rolle spielt Design oder Illustration deiner Meinung nach in dieser Welt?
Das kommt auf den Menschen an, der der Sache ausgesetzt wird. Weil es so fürchterlich subjektiv ist. Aber man kann vermutlich unterm Strich sagen, dass sowohl Design, als auch Illustration eine manipulative Rolle spielen. Sowohl positiv, als auch negativ.
Wer oder was inspiriert und motiviert dich?

Menschen die besser sind als ich. So ganz objektiv. Man sieht etwas, das total geil ist und denkt sich, dass man auch sowas machen möchte. Und aus dem Gedanken heraus entstehen neue und damit neue Dinge und eine persönliche Verbesserung. Saucool.
Teilst du dein Wissen gern mit anderen Menschen?
Ja. Also wenn ich gefragt werde. Es ist nicht so, dass ich einfach darauf losplapper und versuche Menschen irgendwas aufzudrängen. Fragt mich, manchmal weiß ich Sachen.
Was machst du um dich weiterzuentwickeln?
Auf keinen Fall den B-Button drücken! Auf k-e-i-n-e-n Fall!
Nenne deine TOP-3 Websites mit einer kurzen Beschreibung
dribbble.com – Nie mehr gute Designer auf einem Haufen gesehen.
gorillaartfare.com – fantastischer Blog, betrieben von sehr vielen Menschen die schöne Dinge machen. hallounbekannt.de/ – Ist zwar von mir, aber ich finde das super, sonst würde ich es schließlich nicht machen.
Auf welcher Veranstaltung trifft man dich als nächstes?
Keine Veranstaltungen geplant. Dienstag Kino. Das wars. Sollte noch jemand da sein: Gerne Bier!
Formuliere eine für dich interessante Frage für einen der nächsten Interviewpartner auf kopfbunt:
Hast du jemals darüber nachgedacht, wie es wäre blind und gehörlos geboren worden zu sein? Versuchs!

