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Es beginnt mit einer Idee - kopfbunt

Montag, 04. Januar 2010 um 08:33 Uhr

Andreas Klammt in der kopfquetsche

andreas-klammt
Wellen surft man oder sie spülen einen weg – Andreas Klammt surft sie definitiv – er kommt aus Hamburg und 53,5° ist sein Label – sein Zuhause. Andreas wurde mir vor einiger Zeit von Markus empfohlen, woraufhin ich gleich Rauchzeichen gen Norden habe aufsteigen lassen, um mit Herrn Klammt in Verbindung zu treten. Er ist ebenfalls Member von KingDrips

Andreas Klammt – 53,5°

Andreas Klammt - Hamburg

  • Rauchende Füße.
  • Nasse Haare.
  • Ein Kopf voller Ideen.
  • Und geschäftige Hände.
  • Ich bin kreativer Vagabund in Hamburgs Breitengrad.
  • 53,5° ist mein Label. Mein Zuhause.
  • Hier gehts lang: breitengrad535.de

Andreas Klammt - Artwork

Drei Schlagworte zu deiner Person:

  1. Skizzenbuch
  2. Neoprenanzug
  3. Mittagspause

Ein Ergebnis deines Schaffens und erzähl etwas dazu:

Eine meiner kürzlichen Arbeiten war die Fenstergestaltung für mehrere Läden in der Innenstadt Hamburgs.
Fenstergestaltung - Andreas Klammt OAK – welcome to oak street.

Fensterdesign - Klammt
Illustration von Andreas Klammt JUN – leaves will grow again, carhartt store window illustration autumn/winter.

Leuchtschild - iPunkt - Hamburg
iPunkt-Store Hamburg i-Punkt – rainy days, sunny town.

Bei diesen Projeken hatte ich viel freie Hand. So konnte ich meinen eigenen Stil voll ausleben. Ein großer Luxus diesen Vertrauenvorsprung von einem Auftraggeber zu bekommen, besonders, wenn es sich um eine große Marke handelt.

Die Gestaltung für einen Streetwearstore zu machen, war für mich persönlich eine sehr schöne Aufgabe. Weil die Designs von Shirts und Boards mich in meiner eigenen Jugend geprägt haben.

Jetzt hoffe ich, dass mein Stil, vielleicht andere inspiriert. Ich bringe ein Stück von mir zurück in die Welt, die mich selbst immer wieder neu begeistert. Funsport ist auch ein Lebensgefühl. Es ist wohl, mal abgesehen von freien Artwork in Ausstellung, mit meine persönlichste Arbeit.

Bist du selbständig, Freelancer/in oder angestellt? – Warum?

Ich bin freiberuflicher Illustrator und genieße meine Freiheit. Die Freiheit besteht darin, von jedem Ort der Welt aus arbeiten zu können. Vor allem aber bedeutet es für mich, ungebunden und ungezwungen mich selbst in meiner Arbeit weiterentwickeln zu können.

Anders als bei einer Festanstellung in einer Agentur kann ich selbst die Projekte wählen. Das merkt man meinen Arbeiten an. Der Kunde wählt mich als Illustrator für meinen Stil. So muss ich mich nicht zu sehr verbiegen und kann mich viel mehr auf meine Entwicklung konzentrieren. Neue Stile ausprobieren. Und Stimmungen einfließen lassen.

So entsteht nach und nach eine ganz eigene Welt, meine Arbeit ist immer auch meine Sicht auf die Dinge. Wer mich bucht, wird teil dieses Mikrokosmos. Als T-Shirts in meinem Shop kann jeder eine Arbeit aus meinem Portfolio für sich haben. Ein Stück aus meiner Welt. JUN - Store Illustration - Hamburg

Inspiration – Motivation

Motiviert ist man einfach immer, wenn man sein Hobby zum Beruf macht. Inspiration kommt in meinem Leben von allen Seiten. Wer nur mit offenen Augen unterwegs ist, kann sich im kreativen Umfeld ständig gegenseitig auf neue Ideen bringen. Ich bin kein Künstler, der als einsames Genie sich vergräbt. Ich habe ein Büro und Labelgemeinschaft mit Freunden – KingDrips.

Ganz praktisch kommt die Inspiration natürlich auch von Fanzines, Magazinen, Musik, Büchern und Ausstellungen. Am wichtigsten ist mir persönlich aber, jeden Tag genug Pausen zu finden. Oft bin ich von 9 bis 24 Uhr unterwegs. Da sind Entspannung und Ablenkung wichtig, um wieder Kraft zu tanken. Mal ist das ein ausgedehntes Mittagessen mit Freunden. Oder ein Spaziergang durchs Viertel. Am meisten Kraft gibt mir die Natur. Spontane Surftrips an die Ostsee oder nach Sylt. Wenn die Zeit dafür nicht reicht, beruhigt aber auch schon Skaten an der Elbe.

Illustration - Kingdrips
Horizonterweiternd sind natürlich auch Exkursionen in die Bildsprache anderer Kulturen. Welche Schriften sind hier relevant, welcher Bildaufbau. Das sensibilisiert die eigene Wahrnehmung und verleiht meinen Arbeiten neue Akzente.

Je weiter sich mein Stil entwickelt, umso größer ist der Wert von Emotionen und Stimmungen für meine Arbeit. Im Schaffensprozess selbst folge ich einfach meiner Intuition. Manchmal führt der Weg dann über mehrere Werkzeuge. Das ist der Luxus selbst Herr über meine Projekte zu sein. Ich arbeite immer zu nächst von Hand. Dabei gehe ich an die Arbeit wie ein Forscher an ein Experiment. Das Ergebnis ist unklar. Mal ist es nur eine Zeichnung. Mal gibt das Colorieren der Arbeit eine neue Richtung. Oder ich schnipsel Kollagen aus allem, was mir in die Finger kommt, das können Zeitschriften und Fotos sein, aber auch die Verpackung eines Burgers, ein Kassenbon oder ein Stück aus einer Einkaufstüte. Auch Typo ist bei mir immer Handarbeit. Am Ende wird alles eingescannt und bekommt manchmal am Rechner noch eine neue Richtung.

Wenn dir die gesamte Designwelt fünf Minuten zuhören würde – was würdest du ihr erzählen?

Mit Einfällen ist es wie mit Wellen auf dem Wasser. Manchmal wartet man Stunden. Ich kann der Designwelt also nur raten, Geduld zu haben. Aber wenn ich „Welle, jetzt!“ rufe, dann hinter mir her … – lebe den Moment.
Surferkollage

Was ist deine persönliche Definition von Design?

Design ist etwas persönliches.
Es ist ein Stück von jedem selbst. Seine Sicht auf die Welt. Und im besten Fall Inspiration für andere.
Illustration

Was stört dich am Design?

Showlaufen und künstliches Aufplustern stört mich bei kreativen Berufen im Allgemeinen. Wenn jemand seinen Ego noch vor seinen Arbeiten zu Schau stellt, ist das traurig für ihn. Und kontraproduktiv für die Zunft.

Der Grabenkampf zwischen Designer und Kunde ist immer entlang der Grenze der Marke. Wie viel ist möglich, ohne die Marke zu beschädigen? Zu starres Design zu konservative Marken sind hier auch Störenfriede.

Auch der technologische Fortschritt ist nicht nur ein Segen. Deutlicher sieht man das bei der digitalen Fotografie. Es gibt heute viel mehr Fotos. Aber nicht unbedingt bessere.

Mit der Digitalisierung ist auch das Design inflationär geworden. Zwei vektorisierte Kästen sind da schon ne Website. Die Tools sind einfacher zugänglich geworden. Vieles lässt sich leichter abkupfern, ich glaube, dass es heute schwieriger geworden ist, seinen eigenen Stil zu haben. Es braucht auch mehr Mut noch „zeitaufwendiger“ von Hand zu arbeiten.
Surfboard

Welche Rolle spielt Design deiner Meinung nach in dieser Welt?

Design gibt allen Dingen und Marken ihr Gesicht. Ohne Design wären wir orientierungslos. Design sagt uns. „Hier lang.“ Im Supermarkt beim Griff ins Regal aber auch bei vielen anderen Entscheidungen.

Der Designer ist für mich in erster Linie Dienstleister. Ich selbst würde über mich sagen, dass ich in meinem Studium ein Handwerk gelernt habe. Die Motivation dahinter ist aber, wirklich eigenständige Arbeiten zu machen. Man studiert mit dem Ziel Dienstleister an der Grenze zum Künstler zu sein. Das ist auch ein Grund, weshalb ich frei arbeite. Weil ich mir so immer noch meine Motivation aus dem Studium bewahrt habe. Ich lebe und arbeite immer noch nach den selben Idealen. Das ist das Ziel. Nicht so sehr Geld und Ruhm.

Teilst du dein Wissen gern mit anderen Menschen?

Mein Arbeitsplatz teile ich mit 4 Freunden in der kingdrips Bürogemeinschaft, Wir haben alle gleiche Interessen und uns im Studium zusammengefunden um unseren Träumen gemeinsam entgegen zu rollen.

In unserem integrierten Shop findet man mein 53,5° Shirt Label mit den neuesten Illustrationen. Das ganze findet ihr in Hamburgs Herzen: St. Pauli, Wohlwillstr. 27.

Jeder ist herzlichst eingeladen mal vorbei zu schauen. Hier teilen wir gerne mit euch unsere bescheidene Weisheit, authentische Shirt Designs und gute Laune.

Was machst du um dich fortzubilden?

Freiberufler sein ist ein Abenteuer. Man ist hier für alles selbstverantwortlich. Man lernt mit jedem Projekt und gleichzeitig auch Geschäftsmann sein. Das hat mich sehr selbstständig gemacht.

Nenne deine TOP-3 Websites mit einer kurzen Beschreibung

Auf welcher Veranstaltung trifft man dich als nächstes?

Dänemark Sylvester endless winter session surf tour 2009/2010 und Bunker im Schnee bemalen!
Surfen

Formuliere eine für dich interessante Frage für einen der nächsten Interviewpartner auf kopfbunt:

Ist die Motivation, mit der du das Studium begonnen hast, die gleich wie heute?

Logo - Typo - Andreas Klammt

Das Interview ist Bestandteil der Interviewserie »Kopfquetsche«. Die Interviewreihe gibt Einblicke in das Leben und Denken von kreativen Menschen aus den Bereichen Design, Illustration, Fotografie, Kunst und Musik.

Falls jemand von euch Interesse hat auch an der Interviewserie teilzunehmen oder ihr jemanden kennt, der auf jeden Fall dabei sein sollte, dann kontaktiert mich gern oder hinterlasst einen Kommentar zu diesem Beitrag mit eurem Vorschlag.

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6 Kommentare zu “Andreas Klammt in der kopfquetsche”


  1. Marius (#)

    Sehr sympatisch. Ich glaube, wenn ich es endlich mal wieder nach Hamburg schaffe, schaue ich dort mal vorbei.
    Achso und noch etwas: JUHU! Endlich gibts wieder eine Kopfquetsche! Das wollte ich auch noch loswerden :)

    Antwort


  2. Malte Christensen (#)

    @Marius: Ich habe mich mindestens genauso gefreut wie du dich. Ich kenne Andreas auch noch nicht persönlich … allerdings werde ich bei meinem nächsten HH-Besuch mal bei KINGDRIPS reinschneien.

    Mir gefällt es besonders, wenn Gestalter oder generell Menschen ihr Ding durchziehen – auch wenn es Anfangs nicht unbedingt leicht ist – leben muss man von seiner ‘Kunst’ auch. Sonst wird es schnell zur Leidenschaft …

    Antwort


  3. Katy (#)

    Sehr geile Illustrationen. Hammer.
    Werde ich in Hamburg auch mal vorbei laufen, wenn ich es mal in den Norden schaffe.
    Und sehr sympathischer Kopf dahinter.

    Antwort


  4. Der Stilpirat (#)

    Sehr schickes Zeuch! Im Auge behalten!

    Antwort


  5. Markus (#)

    Ja, der Andreas. Cool, dass es geklappt hat.
    Sehr interessant zu lesen, was Alles in so einem kreativem Talent steckt und welche Gedanken er sich zu den gleichen Fragen macht, die ich ebenfalls schon beantworten durfte. Ich denke, das macht viel aus, da man sich selbst schon mal genau mit den Themen beschäftigt hat. Mir gefällt sein Stil sehr gut, dass weiß er aber mir gefällt auch was dahinter steckt.
    Achja, ALLES GUTE zum Geburtstag Andreas!

    Antwort


  6. Attila (#)

    Heißer Scheiß!!!!

    Antwort