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Es beginnt mit einer Idee - kopfbunt

Freitag, 24. April 2009 um 14:40 Uhr

Designknechte – Design for free

design-prostitution
Online-Design-Discounter á la MyHammer sind nicht meins -Design for free oder besser: Design vom virtuellen Grabbeltisch. Style für alle! – lautet die Marktingparole von einer Internetplattform, auf der Designer anschaffen gehen sich anbieten können.

Noch besser gefällt mir das Marketing von designenlassen:

»Ob Logo, Visitenkarte, Flyer, Webseite, Werbebanner… Stellen Sie jetzt Ihr Projekt ein und bewerten Sie bereits nach wenigen Stunden die ersten Designvorschläge.« 

Ich beobachte Plattformen der Kategorie Design-Grabbeltisch schon seit längerer Zeit und ich distanziere mich als professioneller Designer von solchen. Was ich nur nicht begreife ist, warum macht man da mit!? Liebe Hobby-Designer da draußen: Ist DAS euer Ernst!?.

Designer aus Leidenschaft

Habt ihr schon mal kalkuliert? Schon mal eure Kosten in Relation zum Gewinn gesetzt? Schon mal daran gedacht, dass ihr nicht immer fünfundzwanzig Jahre jung bleibt? Familie? Altersfürsorge?

Wohnt ihr mit 23 Menschen in einem 9,8 qm WG-Zimmer in Prenzlberg, der Strom ist illegal abgezapft und das Bafög sorgt für Wasser & Brot? Sonntags ist Gönner-Tag und man freut sich auf 2g Butter mit über dem Feuer selbstgekochter Marmelade aus Früchten aus Muttis Garten?

Die Studiengebühren zahlt ihr mit Zeitungen austragen von morgens 4:02-9:28 Uhr und dann gehts ab in die Uni, damit ihr dort anstatt der Vorlesung in Ruhe das Computerstudio nutzen könnt, um Aufträge dieser Art zu klicken?

Ist Design so viel Leidenschaft wert? Ist es der Traumjob Designer?

Konzepte der Design-Plattformen?

12designer schreibt dazu:

12designer bietet Auftraggebern und Designern ein innovatives Portal zur Durchführung von Kreativ-Projekten als Wettbewerb. Das bringt kreative Vielfalt zu einem guten Preis. 12designer ist schlank: Ohne langwierige Prozesse und einen kostspieligen Apparat werden Designaufgaben in kurzer Zeit gelöst.

Die Plattformen sprechen auf deren Websites meist direkt den Auftraggeber an. designenlassen schreibt dazu:

Ihre Vorteile

  1. Sie wählen aus zahlreichen Vorschlägen das Design, das Ihnen wirklich gefällt, anstatt sich auf eine begrenzte Auswahl einer herkömmlichen Agentur zu limitieren
  2. Sie erhalten alle Nutzungsrechte – räumlich und zeitlich unbefristet und für alle Medien
  3. Klarheit über die Kosten – Sie bestimmen im Vorfeld was Sie bereit sind zu bezahlen

So wechseln dort Logos, Illustrationen, Visitenkarten, Briefpapiere etc. für 100 -300 Eur ihren Besitzer. Klar im Vorteil ist dabei nur der Verwerter, bzw. der Auftraggeber. Ich möchte meinen, dass nicht einmal Prostituierte für diesen Stundenlohn anschaffen gehen und geschweige denn ihre Leistung anbieten. Ihr Designdummerchen …

Die Konzepte der Design-Plattformen sind gut, denn auf eins ist nämlich Verlass: Designer haben meist nichts zu melden und kuschen brav, bzw. sind auf der Jagd nach Aufträgen, auch wenn diese die eigene Pleite letztendlich nur verzögern … Wir machen das ja aus Leidenschaft und nicht des Geldes wegen.

hobbydesigner

Designer … Design?

Da ist es wieder das Wort Design und der Designer. Kaum ein Auftraggeber kennt seine Arbeit und kaum ein Designer hat das Selbstbewusstsein seinen Preis zu stehen. Für mich schlagen solche Plattformen genau in diese Kerbe. Ich kann es ihnen nicht verübeln, denn der Markt der Umsetzer und HobbyDesigner ist RIESIG und ihr Selbstbewusstsein Preis oft winzig.

Wer seiner Leidenschaft als Designer nur halbwegs nachgeht und die Erfüllung in seinem Job sucht, der wird immer einen Bogen um solch eine Plattform machen. Wer sich einen Kundenstamm über solche Plattformen aufbaut und sein Können für diese Preise anbietet, der wird aus meiner Sicht keinen Erfolg, keinen Spaß und höchstens Anerkennung erlangen – Ruhm & Ehre.

Es gibt endlos viele Informationen und Hilfestellungen von Verbänden, Blogs und Websites und Portalen, die euch zeigen wie es läuft. Wer schon im Studium auf die falsche Bahn gerät, der wird es verdammt schwer haben, denn er ist täglich 10-12 Stunden damit beschäftigt auf seine Pleite hinzuarbeiten.

Ich kann euch nur empfehlen einen realistischen und persönlichen Stundenpreis zu errechnen und die Finger von diesen Grabbeltisch-Plattformen und solchen Aufträgen zu lassen, wenn die Bedingungen nicht stimmen!

Vorteile für den Auftraggeber?

Ich kann es den Geschäftleuten da draußen nicht verübeln, dass sie eine wichtige Dienstleistung natürlich auch gern geschenkt bekommen, bzw. dem Designknecht nur das nötige Brot und Wasser zum überleben bezahlen, wenn er sich dafür prostituiert. Die Kunden sind nicht immer die Bösen – im Gegenteil!

Fast jeder würde es genauso machen … es kommt auf den Blickwinkel drauf an. Geiz ist halt nicht immer geil … in diesem Fall zumindest nicht aus Sicht des Designers. Jeder bekommt das, was er wert ist …

Stellt euch mal vor: Designplattformen suchen Designer und keiner geht hin ;-) Ich bin mal gespannt was ihr für eine Meinung zu der Sache habt!? Hat jemand positive Erfahrungen gemacht? Gibt es Gründe sich für so wenig Geld auf den Geizmarkt zu schmeißen? Vielleicht sehe ich sie nur nicht …

Schreibt gern auch einen Artikel auf eurem eigenen Blog und postet hier den Link in den Kommentaren, bzw. schickt einen Trackback. Ich finde das Thema sehr spannend und bin auf eure Meinungen gespannt!

Damit ihr euch ein Bild machen könnt worüber ich hier schreibe: Einige Beispiele für Plattformen, die mit der Dienstleistung »Design« im Format 2.0 experimentieren:

Konzepte aus den USA:

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27 Kommentare zu “Designknechte – Design for free”


  1. alex (#)

    da hatte aber einer wut im bauch! gut gebrüllt, tiger.
    :)

    ich glaube (betone: GLAUBE) unternehmen, die vernünftiges, konkurrenzfähiges design brauchen, werden weiterhin die gut ausgebildeten, hauptberuflichen designer frequentieren.

    Antwort


  2. Malte Christensen (#)

    @alex: Der Artikel ist schon seit einiger Zeit unter Verschluss und es war mal an der Zeit ihn zu veröffentlichen.

    Ich würde das auch gern glauben. Vielleicht zeigt deiner These nach die Zott-Logo-Aktion von Frank Walter Steinmeier, dass die SPD kein vernünftiges, konkurrenzfähiges Design braucht :D

    Ich denke das ein Großteil der Design-Jobs / Designer und Agenturen einfach wegrationalisiert werden. Denn die wenigen Unternehmen, die auf »gutes Design« in Kombination mit guter Beratung setzen, haben nicht ausreichend Power die Massen der Mediengestalter, Kommunikationsdesigner, Grafikdesigner, Grafiker, Illustratoren, Designer, usw. mit Jobs zu versorgen.

    Aber ich sehe das nicht nur negativ … ich sehe da sogar eine selbstreinigende Marktsituation, die auch neue Lücken aufzeigt. Und wer in der Branche berät, bzw. Lösungen anbietet, der wird die Lösungen auch für sich finden. Allerdings nicht beim Discounter :-) Denn billiger kann jeder …

    Antwort


  3. der Stilpirat (#)

    Ich glaube das ein guter Designer solche Portale nicht fürchten braucht! Ich geb mich da wirklich gelassen. Unternehmen, die sich Ihr “Design” von solchen Portalen holen sind keine potenziellen Kunden bzw. ich möchte sie nicht haben! Eine Gestaltung auf diese Art und Weise im Internet zu bestellen ist wie einen Blinden fotografieren zu lassen…

    Antwort


  4. Markus (#)

    Wow, da hat aber jemand die Luft rausgelassen und schon liest man den etwas längeren Artikel auch bis unten durch, hehe. Nein, jetzt mal im ernst, ich kann deine Meinung total verstehen. Gerade in dem Bereich “Design” finde ich so manchen Vergleich zur Prostitution. Besonders die Festangestellten, da habe ich im Bekanntenkreis immer das Gefühl, dass ihr Boss sich häufig verhält wie ein Zuhälter aufm Kiez. Der Mist ist, man kommt genauso schlecht aus dem “Milieu” raus.

    Selten ist der Schritt sicher eine Festanstellung zu kündigen oder zu wechseln, gerade in der jetzigen Zeit! Freunde von mir wurden beim neuen Job geköpft und standen dann da. Und mit 40 als Designer sich überall neu zu bewerben ist auch nicht gerade ein Kinderspiel.

    Habe heute selbst einen großen schritt richtung “Design” gemacht und die 2. Runde für meine Bewerbung an der University of Arts and Design Helsinki für einen Master in Visual Knowledge Design gut überstanden, sodass ich in zwei Wochen wohl ein Fernstudium beginne (hoffentlich). Ich weiss noch gar nicht so recht, was danach so auf mich zu kommt, und was ich damit machen will, aber wie sagt man so schön: der Weg ist das Ziel!
    Sorry, für den langen Kommentar, auch das musste mal raus. ;-)

    Antwort


  5. steffi (#)

    Ich seh das genauso. Es ist echt das letzte.

    Da wird geworben mit: „wenn mal keine Aufträge da sind, macht bei uns mit” Die Zeit, die man, wenn man auftragslos ist, in diese Schwachsinn-Ramschläden investiert, kümmert man sich lieber um Selbstmarketing, oder man bringt sich mit Tutorials neue Techniken bei.
    Ich habe mich bei der besagten ersten Plattform angemeldet & bei einem Contest mitgemacht, das ich mal sehe wie’s so ist. Muss man echt nicht haben. Vergeudete Zeit für etliche.
    Man sollte wirklich etwas bewegen, das so eine Masche ins leere läuft. Das ist nämlich ganz & gar nicht cool und toll da mitzumachen. Nein & es ist auch keine Chance für Berufsanfänger. DAS geht in die falsche Richtung.

    „Designenlassen“ (–der Name allein schon…brrr…) ist noch ne Stufe tiefer. Da muss man sich mal die Diskussionen durchlesen. Die hacken wie die wildgewordenen Hähne aufeinander rum, „Auftraggeber“ melden sich per „das muss besser werden das KANN MEIN PHOTOSHOP AUCH” zu Wort (unglaubliches Originalzitat, oder?)
    Danach kommt dann nur noch besagte Plattform myhammer. Ohne Worte.:/

    Aber die Userzahlen bei 99designs.com in den USA sind leider erschreckend. :(

    Vielleicht sollten wir irgendeine Community / Blog gründen, die auf diese spekulativen Ramschläden wie die o.g. mal aufmerksam macht.
    So ein bisschen provokativ….: „Suche Reinmachedame Alle mal bitte 1 Woche Testputzen, die beste gewinnt und darf dann fortan bei mir putzen.
    Also, ob das eine machen würde? Ich bezweifle es, ehrlich gesagt…

    Antwort


  6. Johannes (#)

    Hm, also ich würde die Designramschläden ja eher als einen netten Filter sehen. Sie filtern euch die ganzen Idiotenkunden raus, die euch nachher das Leben schwer machen würden. Zu dem Thema gab’s übrigens auch ne Session auf der SXSW-Konferenz, die wohl ziemlich hitzig verlaufen sein soll. Jeremiah Owyang hat dazu einen Artikel geschrieben: http://www.web-strategist.com/blog/2009/03/15/spec-work-here-to-stay-but-not-for-everyone/

    Antwort


  7. Malte Christensen (#)

    @Johannes: Ich stimme dir da teilweise zu. Allerdings besteht der Markt nicht nur aus Designstars und viele kleinere, vor allen Dingen Gründer oder Berufsanfänger haben erstmal zu kämpfen und haben diesen Filter gar nicht nötig.

    Ich denke das die nicht ganz so beliebten Kunden die jetzt 150,- EUR für ein Logo inkl. aller Nutzungsrechte zahlen, dem kleinen Designer vorher vielleicht 500,- oder 1000,- Euro eingebracht haben – es gab keine andere Möglichkeit, wenn man keinen günstigeren kannte.

    Der Filter wird wahrscheinlich erst dann nötig, wenn mann sich etabliert hat, bzw. sich einen guten Kundenstammbaum aufgebaut hat und somit die Wahl hat.

    Ich denke diesen Markt von Ramschdesign hat es schon immer gegeben, doch jetzt hat er seine Meister gefunden :-)

    Antwort


  8. steffi (#)

    @Malte Christensen: Naja, diesen Markt gibt es erst, seit Photoshop & Co auf dem heimischen Familienrechner ihren Platz gefunden haben. Stichwort: Hobbygestalter. :/ Jeder kann da inzwischen irgendwas „zaubern“.
    Design wird nicht so als Wissenschaft oder Lösung gesehen, im Gegensatz zum Programmieren z.B., da können die meisten nicht anders, als auf einen „teueren“ Fachmann zurückgreifen. Und meiner Meinung nach hakts da.
    Irgendwer hat mal geschrieben „ich bin lange kein Frisör nur weil ich ne Schere halten kann“– fand ich sehr passend ;)

    @Johannes Hm, also ich würde die Designramschläden ja eher als einen netten Filter sehen. –>Stimmt absolut! :)
    Aber es ist halt ein Thema, welches gerade Freelancer/ Einzelkämpfer betrifft, vielen kleinen Kunden ist es nämlich relativ egal, ob bewusst oder nicht bewusst, das ein Logo z.B ein Markenzeichen ist, einen Wiedererkennungswert besitzen soll und nicht nur ne nette kleine Grafik nach dem Zufallsprinzip neben dem Firmennamen ist, und deswegen sind sie nicht bereit dafür zu zahlen. (Ich spreche nicht mal von horrenden Summen) Und da kann man sich leider oft zu Tode beraten. Und als Einzelperson kommt man weniger an die großen ran, denen das Wort Wettbewerb und Wiedererkennung nicht egal ist. ;)

    Schwieriges, oft disktutiertes Thema , aber in der Geiz-ist-Geil Mentalität von heute leider traurige Tatsache. Es betrifft ja auch viele andere Sparten, z.B. gehen auf myhammer Fachübersetzungen für 12-20 Euro über den Tisch…

    Antwort


  9. Johannes (#)

    Ok, seht’s mal so. Viele andere haben gerade genau das gleiche Problem wie ihr: Konkurrenz durch Discounter und Angebotsüberflutung durch das Internet. Euer Vorteil daran, ihr könnt euch ansehen, was die anderen für Lösungen finden.

    Beispielsweise die Einzelhändler wie Buchläden oder Lebensmittelspezialisten. Sie kämpfen gegen Amazon und Aldi. Das machen sie über zwei Dinge: Qualität und Service. Und genau diese beiden Faktoren halte ich auch für Designer der Zukunft für elementar. Gehen wir mal davon aus, dass ihr alle hochwertige Arbeiten abliefert. Das reicht jetzt nicht mehr. Mehr und mehr muss ein guter Designer diese Arbeiten auch verkaufen können. Wer möchte, dass der Kunde für seinen Arbeit einen angemessenen Preis zahlt, muss auch bereit sein, diesem Kunden ausführlich darzulegen, warum sein Design den Preis wert ist. Wer über einen Ramscher Design bestellt bekommt keinerlei Beratung und vor allem auch keine langfristige Zusammenarbeit. Genau hier sehe ich einen weiteren Ansatzpunkt. Es geht darum, in qualitative Kundenbeziehungen zu investieren. Können sich die Kunden auf euch verlassen? Profitieren sie davon, dass ihr das Unternehmen und seine Eigenarten lange kennt? Wie lässt sich das Meine-Bäckerin-ums-Eck-kennt-meinen-Namen-Gefühl in eure Kundenbeziehungen übertragen?

    Ich glaube, dass es einem nur wenig bringt, sich über neue Umstände wie in diesem Fall die Designramscher aufzuregen. Die werden nicht einfach wieder verschwinden. Stattdessen bieten solche Situationen immer eine Möglichkeit, sich durch bewusste Kontraste aus der Masse herauszuheben.

    Antwort


  10. Malte Christensen (#)

    @Johannes: Word!

    Antwort


  11. steffi (#)

    @Malte & @Johannes Jepp – daumen hoch! :)

    Antwort


  12. kadekmedien (#)

    Sehr interessanter Artikel und eine ebenso interessante Diskussion…

    Habe mir auch schon meine Gedanken gemacht und werde sie demnächst mal auf meinem Blog veröffentlichen. – Im Kern denke ich, kommt mit der Computertechnologie eine allgemeine “Demokratisierung” in viele Produktionsabläufe – nicht nur ins Design (nie zuvor in der Menschheitsgeschichte konnte Jedermann mit so wenig Aufwand so hochwertige, professionelle Produkte herstellen).

    Dies ist aber nur ein Ansatz. Der andere nimmt die Kunden unter die Lupe. Und auch das wurde hier schon erwähnt: der Kunde, der beim Raschmdesigner kauft, wäre NICHT zum Profi gegangen; und zwar nicht – anders als Du denkst, Malte – weil er keine andere Wahl hätte, sondern er hätte halt schlicht kein Logo gehabt. – Es braucht doch auch nicht jeder Klempner ein Logo; aber die technolgische “Demokratisierung” macht es möglich, also wird die Nachfrage befriedigt und es entsteht eine Designinflation… – Die “MyDesigner” sind keine wirkliche Konkurrenz… Sie zeigen aber auf, was der Quali-Designer tatsächlich noch lernen muss: dem Kunden den Mehrwert guten Designs zu kommunizieren.

    Noch ein Trost für euch: Die Diskussion in diesen Kommentaren hat weitaus höheres Niveau als das der Kollegen auf dem Fontblog.

    Also, danke nochmal für Artikel und Diskussion. Das gibt mir Stoff zum Grübeln (für meinen Artikel – demnächst…)

    Antwort


  13. Nils (#)

    Gut gebrüllt Tiger!

    Auch ich hab mir in den letzten Tagen und Wochen die ein oder andere der oben beschriebenen
    Auftragsportale angesehen und sogar in einem mitgespielt.

    Fazit: Weder Kunden noch Kreativ Dienstleister werden hier glücklich.

    Antwort


  14. jonathan (#)

    naja,

    prizipiell teile ich dein ansichten sich nicht für unter wert zu verkaufen!
    Allerdings kann ich mir vorstellen falls meine auftragslage ein wenig mau aussehen sollte und ich wenigstens meine fixkosten decken will ich auf sowas gerne zurückgreife.

    Das ist so ähnlich wie mit plasmaspenden – wenn du eh arbeitslos bist und dir die decke auf den kopf fällt kann man da getrost mal hin und sich ein paar piepen greifen – als arbbeitender mensch hingegen würd ich nie auf die idee kommen meine zeit mit solcherlei sachen zu verschwenden… langfristig ist so eine plattform unwirtschaftlich für den gestalter – kurzfristig aber sicherlich ein strohhalm an dem man sich festhalten kann um die nötigsten sachen bezahlen zu können. (und wir sind ja noch keine 40 ;-D)

    Antwort


  15. visual attitudes (#)

    visual attitudes // blog / Debate On The Future Of German Communication Design…

    … Malte of kopfbunt.de already wrote an article on the same topic…

    Antwort


  16. Wolf (#)

    @ jonathan: weiß nicht. Auf Dauer geht so der Markt kaputt und man dikutiert länger mit dem Kunden über den Preis als das ganze Projekt dauert.

    @ Malte: sehe das auch so wie Du.
    Hatte gerade eine (never ending) Diskussion mit einem Kunden der sich nachträglich auf den diversen “Discounter” Plattformen umgesehen hat und nun den Eindruck hat das ich ihn “übervorteilt” (milde ausgedrückt) habe.
    Er hat sich nun einen Domestiken an Land gezogen der seinen Internet Auftritt erweitern soll. Alleine bei dem Gedanken das da einer die Seite “vergewaltigt” wird mir fast schlecht. Der klickt mit einem steinalten Dreamweaver die Seiten zusammen das es nur so raucht.

    Ps

    Antwort


  17. kadekmedien (#)

    @Wolf

    »Er hat sich nun einen Domestiken an Land gezogen der seinen Internet Auftritt erweitern soll. Alleine bei dem Gedanken das da einer die Seite “vergewaltigt” wird mir fast schlecht. Der klickt mit einem steinalten Dreamweaver die Seiten zusammen das es nur so raucht.«

    Der darf das nicht. – Du hast das unveräußerliche Urheberrecht an Deinem Design (und im Idealfall Deinem Kunde ein Nutzungsrecht eingeräumt). – Dein Design darf auch “in Teilen” niemals ohne Deine vorherige schriftliche Einwilligung verändert werden. – Du kannst auf Unterlassung (und wenn’s hart kommt auf Schadenersatz) klagen.

    BG,
    KDK

    Antwort


  18. Wolf (#)

    @KDK

    Am Design verändert er wohl (noch?) nichts, aber er klopft ein paar neue Unterseiten mit Texten und Bildern zu. Optisch einfach nur grausam.
    Bin mal gespannt ob der Kunde das auf Dauer so durchgehen lässt.

    LG
    Wolf

    Antwort


  19. kadekmedien (#)

    @Wolf

    Aaach sooo… – Das ist natürlich ganz besonders fies. – Am besten, Du tust Dir das nicht länger an. Sei nicht »gespannt ob der Kunde das auf Dauer so durchgehen lässt«, sondern zeig ihm an einem anderem Projekt, wie es besser geht.

    BG,
    KDK

    Antwort


  20. Wolf (#)

    @KDK
    Hast wahrscheinlich recht. Aber es wurmt schon :-(

    LG
    Wolf

    Antwort


  21. Bastian (#)

    Hallo Malte,

    schade, dass Du http://www.jovoto.com hier so pauschal mit aufführst – denn wir verfolgen durchaus einen anderen Ansatz, der vor allem zum Ziel hat junges Talent zu fördern und zu vermitteln.

    Crowdsourcing ist als reine (neutrale) Technik zu betrachten und erst die Rahmenbedingungen die man setzt, führen dazu ob Crowdsourcing bereichert oder ausbeutet.

    Auf jovoto versuchen wir Talent zu vermitteln, den Mitgliedern Aufträge zu verschaffen und Sichtbarkeit zu generieren, wir geben Feedback und unterstützen die Community mit Hintergrundinformationen und Wissen zu den Projekten und vernetzen die Teilnehmer und ganz wichtig: Wir holen die Aufträge, übernehmen die Kundenkommunikation und lästige Dinge, wie Abrechnungsprozesse.

    Auftrag gebende Unternehmen zahlen ein hohes (i.D.R. mehrere Tausend Euro) Preisgeld um überhaupt einen ThinkTank anzustoßen und damit gehört noch keine der Ideen pauschal dem Auftraggeber. Diese Preisgelder werden übrigens alleine auf Basis der Rating-Entscheidung von der Community an die Teilnehmer vergeben.

    Erst im zweiten Schritt kann der Auftraggeber bei Interesse die Nutzungsrechte an einer Idee zu einem zuvor verhandelten Preis erwerben. Entsteht also ein Nutzen für den Auftraggeber so entsteht auch ein Nutzen für den Ideengeber.

    Und zuletzt, weil ganz wichtig: Es geht bei jovoto immer um Ideen (und nicht pauschal um Designs). Ideen werden, neben Textform natürlich häufig gestalterisch aufbereitet. Aber im Kern steht bei jovoto immer die Idee.

    Wir haben uns an der UdK-Berlin gegründet, v.a. weil es viele Projekte gibt an denen junge Kreative teilnehmen und am Ende leer ausgehen. Projekte die völlig intransparent sind, bei denen man sich mit eigenen Entwürfen bewirbt und nicht mal eine Absage erhält. Wo ist denn dort die Energiebilanz, wenn nicht mal Spaß, Austausch und Lerneffekte für die drin sind, die für Ihren Einsatz keine materielle Vergütung erfahren?

    Freue mich auf ein persönliches Kennenlernen auf der Veranstaltung “Volkssport Design” und hoffe, dass nach der Veranstaltung Dein Blick auf Crowdsourcing ein wenig differenzierter ist, denn solche Pauschalbeiträge helfen uns nicht gerade unser Profil im Vergleich zu anderen Plattform (die reine Marktprinzipien bedienen) zu schärfen.

    Lieben Gruß & nichts für ungut ;)
    Bastian

    Antwort


  22. squalidsketch (#)

    Kann Bastian nur beistimmen, ich bin auf verschiedenen Crowdsourcing Plattformen unterwegs. Auf jovoto.com stimmt alles, die Community und die vergabe der Preisgelder. Die Community Member sehen auch ihre Ideen nicht als eigene sondern als eine von der Community entwickelte Idee. Für mich die beste Umsetzung einer Crowdsourcing Plattform.

    Antwort


  23. Malte Christensen (#)

    @squalidsketch: @Bastian: Vielen Dank für Eure ausführlichen Statements – ich freue mich auf ein persönlichen Ausstausch bei der DesignTagung Volkssport Design – Ich bin kein Gegner von CrowedSourcing, wenn die Rahmenbedingungen nicht auf »Ausbeute« ausgelegt sind. Ich sehe auch einige positive Effekte in Bezug auf die Entwicklungen im Web – wichtig ist nur, dass die Designer und Menschen merken, dass sie neue Business-Modelle brauchen, wenn sie von dem Beruf existieren wollen.

    Antwort


  24. Volkssport Design – Aufarbeitung | kopfbunt (#)

    [...] Die Location war super und für mich als Referent sehr motivierend. Ich hätte mir bei dem einen oder anderen Vortrag gewünscht, dass das »Spiel« noch in die Verlängerung geht, doch dazu sind die Spielregeln da – um sie einzuhalten. Interessant war auch die Vorstellung und Diskussion der Designcrowedsourcing-Plattformen. [...]

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  25. Volkssport Design | kopfbunt (#)

    [...] sehr interessanter Themenblog wird sicher auch Designwettbewerbe im Netz. Dort stellen zwei Crowdsourcing-Plattformen ihre Strategien und Geschäftsmodelle vor. Näheres entnehmt ihr dem [...]

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  26. Designs vom Wühltisch - farbwolke.de (#)

    [...] Malte von Kopftbunt.de hat diesen Vorgang vor ein paar Monaten auch schon sehr passend in seinem Beitrag beschrieben. Trotzdem muss ich selber zu diesem Thema noch ein paar Worte [...]

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