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Es beginnt mit einer Idee - kopfbunt

Freitag, 14. November 2008 um 07:30 Uhr

Ich teile mein Wissen gern

Mensch teilt essen mit Vogel

Mein Blog, mein Stil, mein Wissen – unser Vorteil! In letzter Zeit ist es in meinem Umfeld oft zu Diskussionen gekommen, die mich nachdenklich stimmen und zu diesem Artikel veranslasst haben, weil mich eure Meinung interessiert. Ich selbst bin seit einiger Zeit Freelancer und ich weiß wie ich zu meinem heutigen Stand gekommen bin – durch viel Fleiß und Hilfe.

Als Freiberufler muss man sich sehr viel Wissen aneignen aus den verschiedensten Bereichen. Selbständige sehen sich konfrontiert mit Rechtsformen, Gesetzen, Steuern, KundenAquise, Umgang mit Kunden usw.. Wer studiert hat, ist meiner Meinung nach nicht noch lange nicht konkurrenzfähig. Man hat fachliches Wissen in der gegen Ende des Studiums eigens gewählten Spezialdisziplin erlangt – das wars dann auch schon.

Ich habe mir am Anfang des Studiums das Ziel gesetzt, dass ich mit »Design« selbständig sein will und in diesem Aufgabenbereich als Freiberufler meine Brötchen verdienen möchte. Ziel erreicht, doch schon längst sind neue Ziele gesteckt. Ich merkte schnell, dass der Druck in der Arbeitswelt sehr hoch sein kann und ich am Anfang oft fachliche Hilfe in Anspruch nehmen musste.

Wer gern gibt, der bekommt etwas zurück

Ich bin großer Fan des OpenSource-Gedankens. Wissen teilen ist für mich selbstverständlich. Wer gibt bekommt mehr als genug zurück. Das ist meine Erfahrung. In dem englischen Artikel auf FreelanceSwitch, »Ob man als Freelancer sein Wissen teilen sollte?« geht es um genau diese interessante Fragestellung, die ich eindeutig mit JA! beantworten würde. Ich sehe nur vorteile, wenn man jemandem behilflich sein kann.

Man sollte sich nicht immer gleich fragen was für einen selbst drin ist. Denn jeder kommt in die Situation auch mal Hilfe in Anspruch zu nehmen zu müssen ohne gleich eine direkte Gegenleistung geben zu können.

Was kann man teilen?

Ob Photoshoptechniken, Bookmarks oder Programmierskills, Programm- oder Veranstaltungshinweise, kostenlose ebooks, Steuertipps und rechtliche Hinweise, bzw. Fragen zu Preisen und Honoraren – teilt euer Wissen. Am Anfang ist jeder froh, wenn er Hilfe bekommt. Nehmt nicht nur Hilfe in Anspruch, sondern teilt euer Wissen mit. Haltet euer geistiges Kapital nicht nur versteckt, weil ihr euch einen Wettbewerbsvorteil erhofft. Wer teilt schon gern mit Menschen, die selbst immer nur an sich denken? Ich jedenfalls nicht!

Beispiele

Ich habe einem Freund vor einiger Zeit bei ein paar Problemen mit einer Website geholfen. Er fragte mich was ich dafür haben möchte – ich wollte gar nichts. Ein paar Wochen später hat er mir dafür einen Tag lang gezeigt wie er in Photoshop oder Illustrator seine Illustrationen macht. Das hat mir bis heute schon viele Stunden Zeit erspart.

Ein weiteres Beispiel ist der Aufbau und das anschließende Engagement beim FSR-Gestaltung an der FHTW Berlin. Durch den Aufbau der Studierendenschaft im Fachbereich Gestaltung und das ständige zusätzliche Engagement in der Uni habe ich Menschen kennengelernt, die meine Arbeit damals zu schätzen wussten und mich heute noch bei ihren Arbeitgebern als Freiberufler weiterempfehlen.

OpenSource

Was wären wir ohne OpenSource-Programme oder Programmiersprachen. PHP und MySQL sind nur zwei Beispiele, ohne die es diese Seite nie geben würde. Ob Firefox mit vielen kostenlosen Erweiterungen, FTP-Browser oder Office-Produkte – die Liste ist endlos lang. Die Arbeit und das Wissen vieler hat Projekte dieser Art erst so erfolgreich gemacht. Und genau das könnte auch der Grund sein, warum Unternehmen wie Microsoft immer mehr ins Abseits geraten. Sie haben wahrscheinlich nur Angst gehabt etwas zu verlieren und dabei nur an sich gedacht. Jetzt wird es langsam enger für Unternehmen solcher Art, denn sie verlieren täglich ihre Kunden an das teilende System.

Und ihr?

Ich weiß etwas, dass du bald weißt …

Das sind nur wenige Beispiele, die für mich beweisen, dass dieser Weg für mich der Richtige ist! Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

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9 Kommentare zu “Ich teile mein Wissen gern”


  1. Anne laKritz (#)

    Lieber Malte,
    ich stimme Dir voll und ganz zu – auch wen ich mich des öfteren schon über parasitäre Ellenbogen-Mitmenschen geärget habe, die das Mit- und Füreinander anscheinend anders definierten als ich (und du).
    Davon sollte man sich aber nicht unterkriegen lassen und fröhlich weiter netzwerkeln und wissenteilen!

    Auf gehts!

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  2. Andre (#)

    Ja. Geben und nehmen rockt. Im Endeffekt kommt es doch auch darauf an was man aus den Informationen macht.

    Antwort


  3. Malte Christensen (#)

    Schön, dass ihr zwei das auch so seht. Ich hoffe mal, dass noch mehr Leute ihren Senf dazu abgeben.

    Für mich hat sich das heute nur wieder bestätigt. Hab ein einem OnlineGewinnspiel ein super feines WordpressTheme gewonnen! Einfach nur einen Comment hinterlassen und heute ne nette Email bekommen. Dazu werde ich die Tage auch noch mal was schreiben.

    Ich bin im Moment einfach nur gut drauf, denn es läuft wie am Schnürchen! Ab nächstem Jahr bekommt ABT dann auch mal ein paar Designs von mir :-) Ich freu mich schon drauf!

    Antwort


  4. Frank (#)

    Dem kann ich nur zustimmen, auch wenn ich nicht als Freelancer tätig bin. Es gibt viele Gründe für das Teilen. Danke für die Ausführungen.

    Antwort


  5. alex (#)

    “wissen ist das einzige gut, das sich vermehrt wenn man es teilt.” oder so.

    bei mir gibt es da irgendwie zwei denkweisen, die beide valide sind. als privatmensch bin ich mitteilungsfreudig und hilfsbereit. ich nerve leute immer mit sachen, die ich cool finde, wenn ich einen coolen film gesehen habe, ein neues spiel habe, oder mich was bewegt, nerv ich die leute damit. da ist mein wissenschaftlich-kultureller betrag gering, aber da bin ich sozusagen ziemlich open source. :)

    als freelancer denk ich mir, sind wissen und fertigkeiten kapital. was ich mir erarbeite, was andere nicht oder nicht so gut können, ist kostbar und schützenswert. da will selber steuern können, mit wem ich das teile. dieser gedanke, hält mich davon ab, all mein wissen (passt auf ne floppidisk) openzusourcen. für freelancer wird das attraktiv, wenn sie sich als besonders gute experten profilieren wollen. “guck an, der macht tutorials und schreibt bücher. der muss aber super sein. *geld überweis*

    schließlich kann ich meine yacht und mein koksnuttendekoriertes anwesen in den western hill in calli nur solange unterhalten wie leute für meine fähigkeiten geld bezahlen wollen, also kann opensource nur mittel zum zweck sein, oder?

    selbst freelance switch argumentiert ja oft auf diesem standpunkt: blogge, damit dich andere als instanz wahrnehmen” besser “schreib ein buch oder so”, “mach tutorials damit andere denken du bist der champion”, “netzwerke damit du ein netzwerk hast, was dir später was bringt”. also, ob es nun anerkennung, ein gewisser status, vernetzung, profilierung auf einem gebiet, hobbyverwirklichung ist, irgendwas will man doch immer und sollte man doch wollen.

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  6. steffi (#)

    jippieh! ich hab die einmalige gelegenheit, alex zu widersprechen :)

    “… irgendwas will man doch immer und sollte man doch wollen.” – na, selbstverständlich! aber die idee von opensource ist ja nicht weltverbesserung, sondern technikverbesserung – was natürlich viel besser geht, je mehr leute sich einbringen. die dann umkehrt davon profitieren, ne tolle software zu bekommen.

    ich hab im großen+ganzen die gleichen erfahrungen gemacht wie malte und anne, man hilft sich gegenseitig, und beide seiten haben was davon. sicher gibt es auch die klaren konkurrenzsituationen, wo das nicht funktioniert. aber die sind sehr, sehr selten. meist besetzt man selber die nische knapp neben dem vermeintlichen konkurrenten.

    niemand kann alles, und schon gar nicht gleich gut. kunden wollen aber meistens einmalallesmitknoblauchkräuterscharf. mir passiert es öfter mal, dass mir wer einen job anbietet, und ich sage sofort: da brauch ich aber noch denundden dazu, der bestimmte qualifikationen mitbringt, die mir fehlen. – wartense mal, ich muss mal kurz telefonieren. und der kunde ist höchst dankbar, dass man sein problem so schnell gelöst hat. sowas geht nur mit vernetzen.

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  7. Rainer (#)

    In der IT Branche gibt es seit etwa 4 Jahren keinen Grund mehr für Konkurrenzdenken, es sind Aufträge für alle da (auch wenn es inzwischen fast 100.000 freiberufliche IT Berater gibt).
    Aber wird das so bleiben wenn wir jetzt eine Rezession erleben?
    Vielleicht kann ein bisschen Wissensvorteil da nicht schaden. Aber prinzipiell gebe ich Dir absolut recht und teile mein Wissen auch selbst per Blog :-)

    Antwort


  8. Malte (#)

    @Rainer: Hallo Rainer,
    Da gebe ich dir vollkommen recht. Es geht ja nicht darum völlig selbstlos zu sein. Es gibt jede Menge Wettbewerb und es ist nicht immer leicht.

    Ich denke die Wahreit liegt zwischen den Zeilen des Beitrags und der Kommentare. Trotzdem setze ich auf die Power der »kollektiven Intelligenz«.

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  9. Volkssport Design – Aufarbeitung | kopfbunt (#)

    [...] Ich teile mein Wissen gern. Es ist der Grundgedanke von Tim Berners-Lee dem Begründer des Webs und Erfinders von HTML, dass [...]

    Antwort

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